Alles, was Sie über Aquamarin wissen müssen, laut Josephine Bergsøe
Der Aquamarin ist einer der zauberhaftesten Edelsteine, dessen Farbspektrum von Hellblau bis hin zu Türkistönen reicht und an tiefe Ozeane, tropische Strände oder ein Bad im Meer erinnern lässt.
Er ist jedoch auch einer der am häufigsten missverstandenen Steine in der edlen Schmuckkunst. Während viele Käufer, die nach einem Aquamarin suchen, vielleicht glauben zu wissen, was sie wollen – ein vollkommen klares, transparentes Blau –, laufen sie oft direkt an den Steinen vorbei, bei denen es sich eigentlich lohnen würde, einen Blick darauf zu werfen.
Josephine Bergsøe, die renommierte Goldschmiedin und Künstlerin hinter der Schmuckmarke Bergsøe, arbeitet seit Jahrzehnten mit Aquamarinen. Wir besuchten sie in ihrem Atelier im Zentrum von Kopenhagen, um ihre Sichtweise auf Aquamarine zu erfahren und zu erfahren, was sie wirklich so besonders macht.
„Viele führen eine Suche nach dem vollkommen klaren, blauen Aquamarin durch, aber ich möchte diejenigen, die anders sind“
Der Aquamarin gehört zur Mineralienfamilie der Berylle – dem gleichen Mineral wie der Smaragd.
„Aquamarin und Smaragd sind eigentlich derselbe Stein“, erklärt JOSEPHINE, „aber während Smaragde diese satte, grüne Farbe haben, sind Aquamarine heller blau oder sogar Türkis.“
Dieser gemeinsame Ursprung ist einer der Gründe, warum die Arbeit mit Aquamarin so interessant ist: Er trägt die geologische Tiefe eines der berühmtesten Edelsteine der Welt in sich, die sich in einer völlig anderen Farbpalette ausdrückt.
Die Farbpalette ist breiter, als den meisten Käufern bewusst ist. Vom blassesten Eisblau bis hin zu einem tiefen, satten Blaugrün – Aquamarin verändert sich je nach Herkunft, Schliff und dem Licht, in das er gehalten wird, auf dramatische Weise. Doch die Herkunft allein erzählt nicht die ganze Geschichte.
An dieser Stelle weicht Josephines Sichtweise von der gängigen Meinung ab. In der Schmuckbranche werden Einschlüsse – also innere Merkmale, die während des Entstehungsprozesses eines Edelsteins entstehen – üblicherweise als Mängel betrachtet, die es zu minimieren gilt. Bei Aquamarin und seinem Beryll-Verwandten, dem Smaragd, werden sie hingegen geschätzt.
„Sowohl beim Smaragd als auch beim Aquamarin machen die sogenannten Einschlüsse jeden Stein einzigartig“, sagt sie. „Bei anderen Steinen würden diese vielleicht als Fehler angesehen werden, aber bei diesen Steinen sind sie eine zusätzliche Qualität. Es ist der einzige Edelstein, den ich kenne, der als besser gilt, wenn er Fehler aufweist. Ich finde das wirklich wunderschön.“
Diese Philosophie prägt die Art und Weise, wie sie Steine auswählt. „Viele suchen nach dem vollkommen klaren, transparenten blauen Stein“, erklärt sie, „aber ich suche nach denen, die anders sind. Sie erzählen durch Einschlüsse und Struktur eine Geschichte oder haben einen Aquablau-Farbton, den man noch nie zuvor gesehen hat.“
Es ist eine bedeutungsvolle Umdeutung. Ein Aquamarin mit einer unverwechselbaren inneren Landschaft ist kein Makel, sondern etwas Einzigartiges. Keine zwei Steine mit Einschlüssen werden jemals identisch aussehen, was bedeutet, dass auch das darum herum gestaltete Schmuckstück nicht reproduzierbar ist.
Wenn Sie einen Aquamarin kaufen möchten, bietet JOSEPHINES Herangehensweise eine nützliche Orientierungshilfe. Sie beschafft alle ihre Edelsteine persönlich auf Reisen und kennt ihre Lieferanten und deren Arbeitsweise genau, um stets zu gewährleisten, dass alles auf ethische Weise geschieht.
Anstatt nach makelloser Reinheit zu suchen, rät Josephine Ihnen, darauf zu achten, was den einzelnen Stein lebendig macht: seine besondere Farbe, die Art und Weise, wie seine Einschlüsse das Licht einfangen, das Gefühl, dass dieser Stein einen ganz eigenen Charakter besitzt.
„Ich bin fasziniert von Aquamarinen“, sagt JOSEPHINE. „Es gibt sie in so vielen Farbtönen und Formen.“ Von einer Goldschmiedin, die ihre Karriere dem Streben nach dem Außergewöhnlichen gewidmet hat, ist diese Faszination Empfehlung genug.
